Wissenswertes und nützliches
Absturzunfälle
Absturz ist das Herabfallen von Personen auf eine tiefer gelegene Fläche oder einen Gegenstand. Als Absturz gilt auch das Durchbrechen durch eine nicht tragfähige Fläche oder das Hineinfallen und das Versinken in flüssigen oder körnigen Stoffen.1
Bei Absturzunfällen ist der Grad der Verletzungsschwere tendenziell hoch, auch schon bei geringeren Höhen von unter 2 Metern. Absturzunfälle machen in den Jahren 2006-2015 durchschnittlich 8,37 Prozent aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle aus.2 Sie sind auch die häufigste Ursache von tödlichen Arbeitsunfällen. Dabei passieren 50 Prozent der tödlichen Absturzunfälle aus weniger als 5 Meter Höhe.3
Unfallauslöser
Die häufigsten Unfallauslöser für Abstürze sind Leitern, Gerüste und Abstürze von Dächern, Dachstühlen, Dachöffnungen (einschließlich Durchstürzen). Die häufigsten tödlichen Abstürze passieren von Dächern, Glasdächern, Dachstühlen, Dachhaut und dergleichen, da hier die Absturzhöhen häufig groß und deswegen die Verletzungen schwerer sind.4
Gesundheitliche und finanzielle Folgen
Aufgrund des tendenziell hohen Grads der Verletzungsschwere haben Absturzunfälle für die Betroffenen oftmals langwierige gesundheitliche Folgen. Auch aus diesem Grund machen Absturzunfälle einen großen Teil der Kosten für Behandlung, Reha und Rente bei den Unfallversicherungsträgern aus, was sich zwangsweise auf die Beiträge für die Mitgliedsunternehmen auswirkt.
Unfälle mit Leitern führen am häufigsten zu neuen Unfallrenten. Der Anteil von Absturzunfällen an neuen Rentenfällen lag bei allen Unfallversicherungsträgern im Durchschnitt bei knapp 40 Prozent in 2018, 2017 lag der Anteil noch bei über 50 Prozent.5 Die kostenintensivsten Unfallauslöser für die Unfallversicherungsträger sind in der Reihenfolge: Leitern (ortsveränderlich), Dächer und ähnliches (Terrasse, Dachstuhl, Dachhaut – hier viele Durchstürze) sowie Gerüste.6
Wenn ein Beschäftigter infolge eines schweren Absturzunfalls wochenlang ausfällt, hat das meistens auch für sein Unternehmen erhebliche organisatorische und wirtschaftliche Konsequenzen.
Fußnoten
- Quelle: BAuA
- Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2015, hochgerechnete 7% Statistik des GESTA Datensatzes
- Quelle: BAuA
- Quelle: GESTA Datensatz 2006-2019, tödliche Arbeitsunfälle
- Quelle: DGUV Arbeitsunfallgeschehen 2018 und DGUV Arbeitsunfallgeschehen 2017
- Quelle: BI der BG BAU. Untersuchung der 1.000 meldepflichtigen Arbeitsunfälle in 2014-2016 mit den höchsten Kosten in den ersten drei Jahre
Copilot search sagt dazu
Rund ein Drittel aller tödlichen Arbeitsunfälle in Deutschland sind Absturzunfälle, wobei die meisten Opfer Männer auf Baustellen sind.
Tödliche Abstürze am Arbeitsplatz
Zwischen Januar 2009 und Februar 2023 wurden in Deutschland 2.312 tödliche Arbeitsunfälle gemeldet, davon 717 Absturzunfälle, was etwa 31 % aller tödlichen Arbeitsunfälle entspricht www.baua.de. Die häufigsten Absturzorte sind Gerüste, Leitern, Bauwerksdächer und Maschinen, wobei 183 Unfälle von Dächern stammten, meist durch nicht tragfähige Bauteile wie Lichtkuppeln oder Dachplatten
www.baua.de. Leitern und Tritte waren an 13,1 % der tödlichen Abstürze beteiligt.
Die Absturzhöhen variieren stark:
Weniger als 2 Meter: 78 Fälle
3–5 Meter: häufig bei Leitern, 46 Fälle
5–10 Meter: 219 Fälle (30,6 %)
Über 10 Meter: 111 Fälle, meist von Dächern oder Gerüsten
www.baua.de.
Betroffene Tätigkeiten und Berufsgruppen
Die meisten tödlichen Abstürze ereigneten sich bei:
Fertigungs- und Montagearbeiten: 178 Fälle (25,8 %)
Transportarbeiten: 85 Fälle (11,9 %)
Demontagetätigkeiten: 82 Fälle (11,4 %)
Die Opfer waren überwiegend männliche Facharbeiter (27,4 %) und Hilfsarbeiter (15,6 %), gefolgt von Elektromonteuren (6,2 %). Mehr als die Hälfte der Verunglückten verfügte über mindestens drei Jahre Berufserfahrungwww.baua.de.
Unfallorte und Unternehmensgrößen
Baustellen: 424 Unfälle (60,4 %)
Kleinstunternehmen (bis 9 Beschäftigte): 38,3 %
Kleinunternehmen (bis 50 Beschäftigte): 33,0 %
